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unser Dorf damals
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Geschichtliche Entwicklung

Auf der Eimersdorfer Flur fanden sich Spuren vorzeitlicher Besiedlung dieses Gebietes: aus der jüngeren Steinzeit "in Bödemen": ein gestielter Pfeilspitz aus gelblich-grauem Ton mit weißer Patina."
Nach Funden aus römischer Zeit waren hier auf Eimersdorfer Gebiet mehrere Siedlungen: "im Wasenfeld", "im Lehmfeld/Kiewelsfeld" und "beim Rödelborn".
In den einzelnen Siedlungsgebieten fand man: "im Wasenfeld" - "Bruchstücke von römischen Hohl- und Leistenziegel, eine Scherbe vom Fuß eines grünen römischen Gefäßes aus gelblichem Ton und Bauchscherben aus hellerem Ton, Kalkmörtelsteine mit Ziegelmehl".
Unterhalb der römischen Siedlung befand sich eine Quelle.

"im Lehmfeld/Kiewelsfeld" - Bruchstücke von Hohl- und Leistenziegeln, Gefäßscherben aus gelblichem Ton.
"beim Rödelborn" - zahlreiche Stücke von Hohl- und Leistenziegeln, Gefäßscherben aus hellem Ton."
In der Nähe dieser Siedlungsstelle ziehen sich um den Herrenberg etwa 7 Terrassen, deren Begrenzungsmauern meist aus kleinen, flachen Kalksteinen aufgeschichtet waren. Vermutlich gehörten die Terrassen zur römischen Siedlung "beim Rödelborn".

Von Eimersdorf aus führte die Straße "im Steinweg" hinab zur Nied und ging dann in einer Furt über dieselbe. Nachdem die Franken im 5. Jahrhundert das hiesige Gebiet in Besitz genommen hatten, siedelten sie vielfach in der Nähe alter römischer Siedlungen oder auch dort selbst. Voraussetzung fränkischer Ansiedlung war die Wassernähe, Bach- oder Flußläufe. So entstand in fränkischer Zeit die Dorfsiedlung Omerstroff in der Mühlengewann südwestlich des Ortes am Metzerbach. Diese Siedlung ist im Laufe der Zeit untergegangen und wurde eine Wüstung.
Vermutlich gründeten die Franken um 500 n. Chr. die Siedlung, aus der das heutige Eimersdorf entstand. Fränkische Siedlungen mit den Ortsnamen auf "ingen und "dorf sind um diese Zeit gegründet worden.

In einer Urkunde vom 01.10.1289 -Mittelrh. Regesten IV von Goerz- bekannten Johann von Emestorf und seine Frau Demodis, in Merzig am Fuße des Ceppenberges ein Kelterhaus, das dem Kloster Mettlach gehörte, in Erbpacht erhalten zu haben. Siegler der Urkunde waren: der Propst von Merzig, Gobelo, der Schultheiß des Herzogs von Lothringen und Sierck.

Im Mittelalter saßen in zahlreichen Orten des Saar- und Niedgaues Rittergeschlechter, die sich nach ihrem Wohnsitz nannten, so die von Emestorf Wohnsitz dieser Ritter war vielfach ein "festes Haus", ein mauerumschlossenes Hofhaus, das inmitten der Wohnungen ihrer Hörigen stand. Das Geschlecht derer von Emestorf scheint früh ausgestorben zu sein.

Eimersdorf war ein lothringisches Dorf und wurde von dem lothringischen Amte Sierck aus verwaltet. Der Herzog von Lothringen/Souverän, hatte als Landesherr folgende Rechte:
das der Besteuerung, die Wehrhoheit, die Kontrolle der Milizdienstpflichtigen die Regalien, so das Bergregal und das Salzmonopol. Diese Rechte nahmen die Amtmänner des Herzogs wahr, für Eimersdorf der Amtmann von Sierck. Im Herzogtum Lothringen galten folgende Steuern:
die allgemeine Landessteuer, fällig am 01.10. Sie wurde von jeder selbständigen, Haushaltung, d.h. von der Feuerstelle erhoben, die Reichssteuer, die von Zeit zu Zeit, erhoben wurde, so als Beitrag zur Finanzierung der Türkenkriege im 16. und 17. Jahrhundert. Die Steuern wurden von den herzoglichen Amtleuten erhoben. Die wehrdienstpflichtigen Männer wurden in gewissen Zeitabständen gemustert. Die dem Herzog als Landesherren zustehende Schirmabgabe, der Schirmhafer, 1649 waren es 10 Quarten, zog nicht der Amtmann von Sierck, sondern der von Siersberg ein.

Nicht in allen Orten seines Herzogtums war der Herzog von Lothringen Grund- und Gerichtsherr. Die Grund- und Gerichtshoheit zu Eimersdorf stand der Herrschaft Felsberg zu. Nachdem die Burg Altenfelsberg zerstört worden war, wurde nach 1354 die neue Burg Felsberg gegründet. Als lothringische Burg wurde sie vom Herzog von Lothringen verschiedenen Herren auf Felsberg zu Lehen gegeben: von Felsberg, von Huntzing von der Neuerburg, von Palland von Helmstadt, seit 1548 von Flersheim, die sich Herr von Felsberg nannten.

1698 kaufte Herzog Leopold von Lothringen die Hälfte der Burg Felsberg von dem Grafen Francois Xavier d'Aspermont-Linden, 1699 die andere Hälfte von Johann Joachim von Haen. Laut einer Aufstellung von 1608 war der Junker von Flersheim alleiniger Hochgerichtsherr in Eimersdorf Auch die Grund- und Gerichtshoheit in Eimersdorf standen der Herrschaft Felsberg zu. Als Hochgerichtsherr standen dem Herrn von Felsberg in Eimersdorf zu: Gebot und Verbot, die Erträge von Bußen und Freveltaten, der 3. Pfennig von Verkäufen und Konfiskationen.
Die Untertanen von Eimersdorf hatten den Herren von Felsberg folgende Dienste zu leisten: Hut und Wacht auf Schloß Felsberg, Frondienst beim Weinbau, 1 Tag Kornschnitt 1 Tag Mähen des Heues in den Bischerwiesen und der Transport des Heues auf Schloß Felsberg, Botendienste, das Tragen von Briefen. An Abgaben schuldeten die Eimersdorfer ihrem Herrn: Schafftgeld 16 Frcs, Wächtergeld 20 Frcs, Frongeld 10 albus wegen des Meyerschweines 8 Frcs, wegen des Müllerschweines 11 Frcs, 40 Quart Weizen, 36 Quart Hafer, 7 Kapaunen/Kappen, 9 Hühner, 8 Gänse, I albus wegen des zu liefernden Pfeffers, 1 Schwein wegen verschiedener Güter.

Meier und Schöffen waren außer den Aufgaben ihres Herrn auch die Obliegenheiten der Gemeinde aufgetragen: Überlieferungen der Urkunden, Festnahme von Verbrechern, Aufsicht über Maße und Gewichte, Überwachung der Grenzzeichen, Aufsicht über den Wald, Zuteilung des Holzes.
Für seinen Dienst wurde der Meier durch Überlassung des Meiergutes, den Anteil an Abgaben und Bußgeldern sowie durch die Befreiung von Abgaben und Fronden entschädigt. Die Zehntscheuer, in Nähe des Hofgutes, diente dem Einzug der Abgaben für den Herrn und deren Lagerung. In späterer Zeit wurden die Güter an die Bauern verpachtet.

Laut Pfarrchronik Fremersdorf wütete in den Jahren 1626/28 hier die Pest dermaßen, daß ganze Ortschaften, wie Eimersdorf und Fickingen, heute Saarfels, ausstarben. Nach einer Meldung des Amtmannes auf Schloß Siersberg betreffs Einziehung des Schirmhafers im Jahre 1649 gab es in Eimersdorf nur noch einen Bewohner, "La grange, d.i. ein Mann namens Scheuer".

Eimersdorf war bis 1766 ein lothringisches Dorf, wurde dann französisch und dem Amte Busendorf zugeteilt. Im Zuge der Französischen Revolution und der folgenden napoleonischen Zeit gehörte Eimersdorf: zum Kanton Rehlingen im Distrikt Saarlouis, zum Kanton Großhemmersdorf zum Kanton Rehlingen.
1815 wurde der größte Teil des damaligen Kantons Rehlingen preußisch. Die Bürgermeistereien Oberesch und Rehlingen, zu der Eimersdorf gehörte, wurden gegründet. 1940 entstand das Amt Siersburg aus den bisherigen Ämtern Rehlingen und Hemmersdorf, mit dem Amtsitz in Siersburg. 1974 wurden das Amt Siersburg und die seit 1958 amtsfreie Gemeinde Rehlingen zur Gemeinde Rehlingen, später Rehlingen-Siersburg zusammengefaßt. Eimersdorf ist heute Gemeindebezirk der Gemeinde Rehlingen-Siersburg.

Berufsentwicklung

In der vorhandwerklichen Zeit wurden alle Arbeiten wie Ackerbau, Herstellung der Nahrung, der Kleidung und der Haus- und Arbeitsgeräte durch die bäuerliche Familie ausgeführt. Mit der Zeit stiegen die Bedürfnisse an Nahrung, Kleidung und Arbeitsgeräten. An der Herstellung waren nun nicht mehr alle beteiligt. Solche, die zu diesen Arbeiten besondere Fähigkeiten besaßen, übernahmen die Herstellung. Sie tauschten ihre Erzeugnisse gegen Naturalien. So entwickelten sich im 13./14. Jahrhundert die Handwerke. Einzelne Handwerker spezialisierten sich weiter aus, so der Schmied. Huf-, Messer- und Nagelschmied.

Mit der Zeit arbeiteten die Handwerker dann in Werkstätten. Einer der ersten Handwerker mit Werkstatt dürfte der Schmied gewesen sein.
Zu den alten Dorfhandwerkern zählen:
Schmied        Leineweber    Maurer
Schreiner    Schneider    Steinhauer
Stellmacher Schuster    Zimmermann
Sattler.

Aus dem alten Steinmetzberuf - die Steine wurden vom Steinmetz behauen und versetzt, d.h. gemauert - war der Maurerberuf entstanden. Die Aufgabe des Maurers war nun das Mauern. Verschiedene Steine wurden unbehauen, andere behauen verarbeitet. Steinbrecher und Steinhauer arbeiteten mit Steinen. Diese wurden in den hiesigen Kalk- und Sandsteinbrüchen gebrochen und vom Steinhauer behauen.
Bis ins 19. Jahrhundert war Eimersdorf ein Bauern- und Handwerkerdorf Die überwiegende Zahl der Bewohner hatte ihre Einkünfte aus der Landwirtschaft.
Die bäuerlichen Berufe werden, in alten Registern und Urkunden mit:
Agricola, agriculteur - Ackermann, Landwirt, cultivateur -Landwirt, Bauer, laboureur -Pflüger, Ackermann, maneuvrier -Kleinbauer, journalier -Tagelöhner angegeben.

Agriculteur, cultivateur und laboureur besaßen mittlere und größere bäuerliche Anwesen und konnten Pfluggespanne mit Rindern, Ochsen oder Pferden halten. So ordnete man die Dorfbewohner in Bauern, die Zugtiere besaßen und in die pferdelosen Leute, Tagelöhner und Handwerker.
Maneuvriers, Kleinbauern, mußten ohne Pfluggespann auskommen. Sie bearbeiteten ihre Acker mit Handgeräten. Gegen Tagelohn konnten sie Pfluggespanne der Bauern benutzen. Sie waren auf Nebeneinkünfte aus landwirtschaftlicher Arbeit, Taglohn, oder aus handwerklicher Tätigkeit als Schmied, Stellmacher u.a. angewiesen.

Nach der Dorfbeschreibung von 1708 gab es zu Eimersdorf: 4 Bauern, 3 Tagelöhner, 14 Knechte und Mägde, 1 Händler.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts erscheint dann eine Reihe von Handwerkern neben Bauern und Tagelöhnern.
In dem Taufregister von 1793 bis 1812 werden folgende Berufe in Eimersdorf aufgeführt: Ackerer, Pflüger, Hufschmied, Schreiner, Müller, Schuster, Leinenweber.

Bis hin zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das dörfliche Berufsbild durch die Gruppen: Ackerer/Bauern, Tagelöhner, Handwerker bestimmt.
Nach dem Taufregister der Bürgermeisterei Rehlingen von 1843-1851 gab es zu Eimersdorf folgende Berufe: Ackerer, Tagelöhner, Schmied, Hufschmied,Feldhüter, Müller, Schreiner, Schneider, Schuhmacher, Leinenweber, Wollspinner, Maurer.

Die Wollspinner verarbeiteten die Schafwolle zu Garn, das mit Flachs- und Hanfgarn von den Leinenwebern verwebt wurde.
Infolge der immer weiteren Zersplitterung des Landbesitzes durch Erbteilungen und der damit verbundenen Unwirtschaftlichkeit desselben stieg die Zahl der Maurer und Steinhauer.

Nach dem Taufregister der Bürgermeisterei Rehlingen von 1873-1880 gab es zu Eimersdorf Ackerer, Schreiner, Müller, Maurer, Feldhüter, Gypser, Steinhauer.

Die Zahl der alten Dorfhandwerke und die darin Beschäftigten wird kleiner. Junge Männer suchen in größerer Zahl Arbeit und Verdienst im Bauhandwerk: Maurer, Steinhauer und Gipser. Die Bauhandwerker fanden Arbeit bei Unternehmungen im Saartale, in den Industrieorten, im nahen Lothringen, an der Mosel u.a.m.

Bei Beschäftigungen in der weiteren Umgebung war durch die damaligen Verkehrsverhältnisse bedingt, ein längeres Fernbleiben von Dorf und Familie unvermeidlich. Kürzere Strecken wurden täglich zu Fuß zurückgelegt.
Nach dem Bau der Eisenbahnlinie Trier-Saarbrücken 1860 gingen die Berufstätigen von Eimersdorf zur Bahnstation Beckingen und erreichten von hier aus mit dem Zug ihre Arbeitsplätze. Der Weg führte von Eimersdorf über die alte Rehlinger Straße durch das Niedtal zurNiedbrücke und dann nach Rehlingen. Bis zum Bau der Brücke Rehlingen-Beckingen 1897 wurde mit einer Fähre über die Saar gesetzt. Nachdem um 1901 die Niedtaleisenbahn gebaut wurde, wurde Büren, später Siersburg die Bahnstation für Eimersdorf.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts steigt die Zahl der Bauhandwerker und derjenigen, die im Bergbau und in der Industrie Arbeit finden.
Nach dem Einwohnerbuch des Saargebietes von 1927 waren in Eimersdorf:
Ackerer/Landwirt, Schreiner, Hüttenarbeiter, Müller, Schlosser, Fabrikarbeiter, Feldhüter, Gipser, Gastwirt, Maurer, Plattenleger.
Dabei betrug die Zahl der:
Ackerer/Landwirte:    16
Maurer:    18
Gipser:    16
Plattenleger:    2
Hüttenarbeiter:    15
Fabrikarbeiter    1

Nach dem II. Weltkrieg änderte sich auch hier das Erbwerbsbild. Die Zahl der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, sowie die der alten Handwerksberufe und im Baugewerbe sank. Ehemalige Handwerker suchten Arbeitsplätze in der Industrie.
Nach den Ergebnissen der Volkszählung 1970 ergab sich für Eimersdorf folgendes Berufsbild:
Land- und Forstwirtschaft::    2
Produz, Gewerbe    96
Handel und Verkehr    32
sonst. wirtschaftl. Bereiche: 39.

Pfarrzugehörigkeit

Eimersdorf soll in früherer Zeit zur Pfarrei Gerlfangen gehört haben. Auf eine solche Zugehörigkeit könnte die Tatsache, daß die Domherren in Trier Zehntherren von Gerlfangen und Eimersdorf waren, hindeuten. Durch Angehörige der ehedem in Gerlfangen wohnenden und besitzenden Rittergeschlechter von Gerlfangen und Leffel von Gerlfangen waren durch Verkauf oder Schenkung Besitzungen, Rechte und Kirchenpatronate an das Domkapitel in Trier gekommen.

Nach dem Visitationsprotokoll von 1680 gehörte dann Eimersdorf zur Pfarrei Fremersdorf.

Im Kirchenregister der Pfarrei Fremersdorf von 1746 heißt es, daß zur Pfarrei "Fremmersdorff' gehören:
"Fremmersdorff der Sonnenberger Hoff und dan Emmersdorf sammt eine zur selbigen Gemeinde gehörende Muhl, genandt die Hütscher-muhl.
In beiden Dörferen kommt einem Herrn Pastor zuu der dritte Theil so wohl großen alß kleinen Zehenden...."

Zehntherr von Eimersdorf war 1726 Domdechant Emmerich von Guerat. Beim Bau der Kirche in Fremersdorf trugen die Zehntherren von Fremersdorf Baron Franz Nikolaus von der Hardt und Baron Franz Albert von Choiseul und der Zehntherr von Eimersdorf Domdechant von Guerat je 1/3 der Baukosten.
1748 wurde laut Vertrag zwischen den Zehntherren und den "sämmtlichen Gemeinden" festgelegt, daß fortan der Zehnte in Geld -zu dieser Zeit in "Sols französischer Währung" statt in Naturalien gezahlt werden mußten.

Die Kirchenschöffen in Fremersdorf waren aus Fremersdorf und Eimersdorf. Bei der Visitation von 1680 fiel dem Visitator die Aufgabe zu, zwischen dem Pfarrer von Fremersdorf und der Filiale Eimersdorf wegen der wöchentlich in Eimersdorf zu haltenden hl. Messe zu vermitteln. Danach sollte der Pfarrer wöchentlich eine hl. Messe in der Kapelle in Eimersdorf lesen. Ihm stand dafür pro Haushalt jährlich:
4 Kappushäupter und ein Quantum Hanf und Flachs zu.

In ihrer Bescherdeschrift von 1789 führen die Eimersdorfer nun auf:
"daß sie zwar eine Kapelle im Ort hätten, aber weder Messe noch einen anderen Gottesdienst im Jahre gehalten werde, außer wenn er besonders bestellt werde. Sie müßten einen beschwerlichen Weg von einer Stunde zur Kirche machen."

Die Filiale Eimersdorf wurde in der Französischen Revolution wie die Pfarrkirche und der Pfarrer betroffen.
Im Juni 1791 kam Peter Halstroffer, am 02 11.1752 in Sierck geboren, als "konstitutioneller Pfarrer", d.h. einer der den Eid auf die Verfassung geleistet hatte, nach Fremersdorf.
Nach der Pfarrchronik Fremersdorf hatte Pfarrer Halstroffer den Eid verweigert. An anderer Stelle wird jedoch berichtet, daß er als Vikar der Pfarrei Kirchhoven zu Wallerfangen am 30.01.1791 den Eid abgelegt hatte. Peter Halstroffer war von Juni bis September 1791 Pfarrer in Fremersdorf. 1792 war er Vikar in Lisdorf.

Während der jakobinischen Schreckenszeit 1793/94 wurden auch die konstitutionellen Priester verfolgt.

Die Pfarrchronik berichtet:

"Während dieser Schreckenszeit (1793/94) hielt sich ein ganzes Jahr Herr Halstroffer (gebürtig zu Sierck) später Pastor zu Rehlingen, bei dem Joseph Dohr zu Eimersdorf (in der Wohnung des jetzigen Kirchenschöffen Jakob Petry) heimlich auf. Er las in dem Hause heimlich die hl. Messe auf seinem altare portatile, welcher früher in der Kapelle auf dem Siersberg sich vorgefunden und jetzt in der Kapelle zu Eimersdorf vorhanden ist. Der schon genannte Joseph Dohr hatte dasselbe von dem abgefallenen Pastor von Itzbach namens Kiefer für einen Eichbaum abgekauft...."
Ein ganzes Jahr lebte Pfarrer Halstroffer versteckt im Hause des Lehrers Dohr, als Bauer verkleidet. Nach der Überlieferung hatte man im Rauchfang eine Tür angebracht, hinter der der Verfolgte beim Herannahen von Spähern und Häschern verschwand. Nachts las Pfarrer Halstroffer hier im Hause die hl. Messe und spendete die Sakramente. Dasselbe tat er auch in anderen Dörfern der Umgebung.

Joseph Dohr, aus Woustviller im Elsaß, kam 1770 nach Fremersdorf, um sich hier als Schulmeister zu präsentieren. Er erhielt das Amt wegen seiner Kenntnisse, besonders aber auch wegen seiner schönen Stimme.
Nachdem 1794 die Kapelle in Eimersdorf als Nationalgut verkauft wurde und in Besitz eines Juden kam, kaufte Joseph Dohr sie von dem neuen Besitzer für ein Fohlen zurück und gab sie an die Gemeinde.

Eimersdorf hatte vor dem 30-jährigen Krieg eine Kapelle, die in den Kriegszeiten teilweise zerstört worden sein soll. Von 1680 bis 1688 wurde sie im romanischen Stile wieder aufgebaut.

In der "Handschrift von Motte" heißt es, daß die Kapelle am Sonntag vor Kathreinen 1696 eingeweiht worden war. Nach de Lorenzi erhielt Eimersdorf 1716 eine der hl. Margareta geweihte Kapelle. Kapelle und Friedhof befanden sich in der heutigen Kapellenstraße.
Als der Friedhof um die alte Kapelle zu klein wurde, wurde 1889 ein neuer eingerichtet.
Als für das 1883 gegründete Kloster in Fremersdorf eine kleine Glocke für das Türmchen der Kapelle angeschafft werden sollte, wurde der Vorschlag gemacht, das Eimersdorfer Glöckchen zu übernehmen und dagegen zwei Glocken für die Kapelle in Eimersdorf zu stellen. Das 1691 dem hl. Donatus geweihte Glöckchen könnte in der Burgkapelle von Schloß Siersberg gewesen sein. Am 03.05.1896 fand die Einweihung der beiden Glocken - der hl. Familie von Nazareth und der hl. Margaretha geweiht - in der Pfarrkirche zu Fremersdorf statt.
Nach dem der Plan gefaßt worden war, eine neue Kapelle in Eimersdorf zu bauen, wurde am 29.12.1889 ein Kapellen- Baufond- Verein gegründet. Ein erster Bauplatz, der sich jedoch als ungeeignet erwies, wurde von den Eheleuten Schnubel-Wiesen zur Verfügung gestellt. Als 1891 dann die Eheleute Petry-Clessienne ihre Goldene Hochzeit feierten, schenkten sie ihr Wohnhaus mit Garten und Zubehör als Bauplatz für die neue Kapelle. Der notarielle Schenkungsakt wurde am 13.07.1891 getätigt.
1889 wurde der Kapellenbau beschlossen. Am 03 04.1899 wurde der Grundstein gelegt. Nach einer Bauzeit von einem Jahr war die Kapelle fertiggestellt. Sie wurde am 21.05.1900 von dem Trierer Bischof Michael Komm geweiht.

Im November 1941 wurde Eimersdorf Expositur, eine Außenseelsorgstelle. Expositus Bernhard Vogel wurde mit der religiösen Betreuung der Stelle beauftragt, zu deren Seelsorgsbereich Eimersdorf die Hetscher Mühle und die Niedmühle gehörten. Nach 1978 wurden Fremersdorf und Eimersdorf durch die Pfarrei St. Nikolaus Rehlingen verwaltet.

Seit Mai 1983 ist dann Eimersdorf der Pfarrei St. Martin in Siersburg zugeordnet.

Die Hetscher Mühle, 1746 "Hütscher muhl", entstand um 1615. Damals erlaubte es der Herzog von Lothringen, das Wasser des Baches für die Einrichtung und den Betrieb einer Mühle zu nutzen.
Der Müller auf der Hetscher Mühle war gehalten, dem Einnehmer auf Schloß Siersberg jährlich 12 Gros = I Lothringischer Franken zu zahlen. Während des 30jährigen Krieges verfiel die Mühle. Nach 1665 wurde sie wieder aufgebaut und in Betrieb genommen. In der nachfolgenden Genealogie heißt es:
"Am 09.05 1687 erhält Francois Gerardt und seine Frau Anna Catharina von Francois Xavier Graf von Linden.. Herr zu Berus, einen verallenen Mühlenplatz zu Eimersdorf, wo er eine Mühle hauen will." Francois Gerardt war zuvor Händler in Fremersdorf. Angehörige der Familie Gerardt waren über Zeiten Müller auf der Hetscher-, Siersdorfer- und Heßmühle.
Zu Eimersdorf gehörte eine 2. Mühle, die Niedmühle. Die Abtei St. Mathias in Trier hatte hier in Eimersdorf Grundbesitz, zu dem die Mühle gehörte.

Aus der Schulgeschichte

Laut Visitationsprotokoll der Pfarrei Fremersdorf von 1743 gab es in Fremersdorf eine Pfarrschule, die auch von den Kindern von Eimersdorf besucht werden sollte.
Aufgabe der von den Pfarreien eingerichteten Schulen war, die Kinder in Religion zu unterrichten, sie in Lesen, Schreiben und Rechnen zu unterweisen.
Da die Pfarrschule eine Einrichtung der Pfarrei war, oblag dieser auch das Recht der Anstellung und die Pflicht der Besoldung. Das Jahresgehalt eines Lehrers betrug zu dieser Zeit je ein Sester Weizen und Gerste. Die Bewohner von Eimersdorf mußten einen Teil dazu beitragen. Die Schüler von Eimersdorf zahlten auch jeder pro Trimester ein "capitellum monetae Gallicea".

Wie es sich auch in Fremersdorf zeigte, war die Landbevölkerung der Pfarrschule nicht besonders gewogen. Da die Kinder schon ihren Teil zum Erwerb des täglichen Brotes beitragen mußten, behielt man sie lieber zu Hause als zur Schule zu schicken.
In dem Protokoll von 1743 ist "von einer nicht gut besuchten Pfarrschule" die Rede, und in dem von 1770 heißt es, daß die Eltern ihre Kinder nicht fleißig zur Schule schicken würden. Und in dem Protokoll von 1743 wird dann noch besonders erwähnt, daß gerade die Schulkinder von Eimersdorf nicht viel von einem regelmäßigen Schulbesuch halten würden. Nach der kurfürstlichen Anordnung zur Errichtung von Pfarrschulen in den Pfarrorten sollten auch solche in Filialorten eingerichtet werden. Es ist anzunehmen, daß in Eimersdorf, wo der Domdechant von Trier Zehntherr war, zeitweilig auch eine Schule bestand.

1746 wird der Schreiner Peter Heidt als Lehrer in Eimersdorf genannt.

Die Pfarrschulen im 18. Jahrhundert boten wenig, um die Kinder zu einem regelmäßigen Schulbesuch zu bringen. Es gab keine Lehrer, die für ihr Amt ausgebildet waren, sie waren zumeist des Lesens und Schreibens kundige Handwerker. Der Unterricht fand in Bauern- und Handwerkerstuben statt.
Neben den Schulverhältnissen dürfte der Schulweg, den die Kinder von Eimersdorf nach Fremersdorf zurücklegen mußten, die Ursache zum Fernbleiben vom Unterricht gewesen sein. Straßen in heutigem Sinne gab es damals nicht, sie waren nicht mehr als Feldwege.
In der Beschwerdeschrift von 1789 führen die Eimersdorfer an, daß sie einen beschwerlichen Weg von einer Stunde zur Kirche machen müßten. Und diesen Weg mußten auch die Kinder für den Schulbesuch zurücklegen. Die Schule war eine sog. Winterschule. Unterricht wurde vom Kathreinentag - 25.11. bis zum Gertraudentag 17.03. - gehalten. In dieser Zeit war der Schulweg dann noch viel beschwerlicher.

Von 1770 bis um 1792 war Joseph Dohr aus Woustviller im Elsaß als Lehrer in Fremersdorf tätig Nach seiner Vorstellung zum Lehramte in Fremersdorf erhielt er die Stelle wegen seiner Kenntnisse, besonders aber auch wegen seiner schönen Stimme. Mit dem Lehramte übernahm er auch das Küsteramt. Dazu war er Barbier und Haarschneider der Herren im Schlosse zu Fremersdorf Zu dieser Zeit war das Gehalt eines Lehrers nur geringfügig, so war er daher auf Nebeneinnahmen angewiesen.

Nach Lehrer Schmidt beschäftigte sich Lehrer Dohr mit Heilkuren. In seiner Chronik von Fremersdorf schreibt er dazu:
"....daß er sich vorzüglich mit Heilkuren abgab, welche Arzneien er aus einem Pflanzenbuch, als Eigenthum, schöpfte, welches in Straßburg gedruckt war von Heinerichen Knobilzet und die Jahreszahl 1434 trug...."
Joseph Dohr heiratete 1780 Anna Clessienne aus Eimersdorf, die ihm "ein ziemliches Vermögen, besonders an Land" mit in die Ehe brachte. Um 1792 zog Joseph Dohr mit seiner Familie nach Eimersdorf wo er im Elternhaus seiner Frau wohnte. Joseph Dohr wirkte dann als Lehrer in Eimersdorf. Während der Französischen Revolution und in der nachfolgenden napoleonischen Zeit wirkte er dazu als: Standesbeamter und Gemeindevorsteher. Eine Liste aus dem Jahre 1803 trägt die Unterschrift: "Joseph Dor, maire de la commune d'Eimerstroff. Die ehemaligen Pfarrschulen wurden jetzt als Gemeindeschulen weitergeführt. 1813 wird ein Grimon/Grimeau Nikolaus als Schulmeister in Eimersdorf aufgeführt.

1815 wurde das hiesige Gebiet preußisch. Für die Schulen brachte das eine Reihe Veränderungen, so die Abschaffung der Winterschule und die Einführung des durchgehenden Unterrichts, die Einführung der allgemeinen Schulpflicht, die Einführung der staatlichen Aufsicht über die Schulen, der Bau von Schulhäusern.

Die örtliche Schulaufsicht unterstand dem jeweiligen Ortspfarrer, hier dem Pfarrer von Fremersdorf
Die Kinder von Eimersdorf mußten bis 1826 die Schule in Fremersdorf besuchen. Dann gab es in Eimersdorf eine Schule, an der von 1826 bis 1836 Lehrer Philipp Schmidt unterrichtete. Als die Schülerzahlen nun stark sanken, wurde die Schule hier geschlossen. Die Kinder von Eimersdorf mußten von 1836 bis 1846 wieder die Schule in Fremersdorf besuchen. Zu dieser Zeit war in Fremersdorf Lehrer Theodor Schmidt tätig, der die Kinder im 1819 gebauten Schulhause in der Hohlstraße in einer Klasse unterrichtete.

Seit 1846 hatte Eimersdorf wieder eine eigene Schule, wo von 1846 bis 1867 Viktor Eberschweiler als Lehrer tätig war.
Bis 1844 gab es in Eimersdorf noch kein Schulhaus. Vermutlich unterrichtete Lehrer Philipp Schmidt in einem Privathause. Dann stellte die Gemeinde ein Haus zur Verfügung, das zum Schulhause umgebaut wurde. Nach einer kleinen Erneuerung und Erweiterung in den Jahren 1901 und 1907, wurde das Schulhaus 1926 aufgestockt. Bis 1960 wurde hier unterrichtet. Da der Schulhof zu klein war, wurde während den Pausen auch die Straße als Spielplatz genutzt. Von 1867 bis 1877 wirkte Johann Peter Pantenburg als Lehrer in Eimersdorf. Er hatte Maria Leuck aus Fremersdorf geheiratet. 1874 war Lehrer Pantenburg Küster in Fremersdorf. Er wohnte dort im Küsterhause, das zum Pfarrhaus in der Hohlstraße gehörte.
Auf Antrag des Gemeinderates von Eimersdorf, daß der Lehrer in dem dortigen Schulhaus wohnen sollte, zog Lehrer Pantenburg mit seiner Familie nach Eimersdorf. 1877 wurde er nach Rehlingen versetzt.

Wie schon vermerkt, war das alte Schulhaus bis 1960 in Betrieb. Dann erhielt Eimersdorf ein neues Schulhaus, das nach den Sommerferien bezogen wurde. Seit 1974 besuchen die Kinder der Klassen 1-4 die Grundschule in Fremersdorf. Die Schüler der oberen Jahrgänge wurden schon früher in Rehlingen-Siersburg unterrichtet.

Wasser- und Stromversorgung

Wie in den anderen Dörfern versorgten sich die Einwohner von Eimersdorf bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Wasser von Brunnen, hauseigene Brunnen, Petzen genannt oder gemeindeeigene Laufbrunnen. Bis zum Anschluß an das Stromnetz dienten Kerzen und Öldochtlampen zur Beleuchtung von Wohnungen, Stall und Werkstätten.
In Eimersdorf war vor dem Bau der Wasserleitung die Versorgung mit Hauswasser unterschiedlich. Die meisten Bewohner des Oberdorfes hatten hauseigene Brunnen, Petzen. Die Bewohner des Unterdorfes nahmen ihr Wasser an den beiden gemeindeeigenen Laufbrunnen in der Siersdorfer Straße und im Steinweg. Beide Brunnen waren Viehtränke und Waschbrunnen. Der untere Brunnen hatte zwei Röhren und zwei Tröge. In trockenen Zeiten lieferte er nur wenig Wasser und hieß deshalb im Volksmund: "Tripsbörnchen".

Am oberen Brunnen soll sich zur Zeit der Französischen Revolution in den Schreckensjahren 1793/94 folgende Begebenheit zugetragen haben:
Pfarrer Peter Halstroffer - 1791 Pfarrer in Fremersdorf - war zur Zeit der jakobinischen Schreckensherrschaft nach Eimersdorf geflohen. Er wurde von den Revolutionären verfolgt. Wiederholt kamen Nationalgardisten nach Eimersdorf, um Pfarrer Halstroffer habhaft zu werden.
Im Haus Dohr soll im Rauchfang eine Tür angebracht worden sein, hinter der der Verfolgte beim Herannahen von Spähern und Häschern verschwand. Eines Tages waren Frauen aus Eimersdorf am oberen Brunnen dabei, ihre Wäsche zu waschen. Als sie die herannahenden Nationalgardisten bemerkten, fingen sie lautes Geschrei und Gezeter an. Pfarrer Halstroffer war gewarnt und konnte den Verfolgern entkommen.

Am gleichen Brunnen passierte am Ende des 1. Weltkrieges 1918 folgende Geschichte: Französische Soldaten waren von Gerlfangen her nach Eimersdorf gekommen. Hier am Brunnen saßen sie ab und wollten ihre Pferde tränken.
Zu dieser Zeit war der Eimersdorfer Schweinehirt mit seiner Herde noch draußen auf dem Feld und blies das Horn zum Sammeln der Tiere und zur Rückkehr ins Dorf. Die Franzosen glaubten nicht anders, als die "Preußen" seien zurückgekehrt, saßen auf und verließen fluchtartig das Dorf.

1933 erhielt Eimersdorf die zentrale Wasserleitung. Durch das auf dem Siersberg gebaute Pumphaus wurde das Wasser nach Eimersdorf gebracht.

1915 wurde Eimersdorf an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Bis dahin dienten Kerzen und Öllampen den Dorfbewohnern zur Beleuchtung.
Kerzen waren zu dieser Zeit eine teure Angelegenheit und wurden daher weniger benutzt. Dagegen waren die Öldochtlampen weit verbreitet. Als Brennmaterial wurde Rapsöl, hergestellt aus heimischem Raps und deshalb billiger, benutzt. Da man das Öl als Tran bezeichnete, entstand die Bezeichnung "Tranfunsel". Ende des 19. Jahrhunderts wurde Petroleum als Brennmaterial zumeist verbraucht. Petroleumlampen fanden in verschiedenen Formen Verwendung bei der Haus-, Stall-, Werkstatt- und Straßenbeleuchtung.

In den Schlafzimmern wurden mit Rapsöl gefüllte Lampen zur Beleuchtung benutzt, in Küche und Wohnstube die Petroleumlampen. In Stall und Scheune waren die "geschlossenen" Stallaternen im Gebrauch. Im Schulsaal waren die Petroleumlampen an den Wänden befestigt. Die Handwerker, so Schuster und Schneider, brauchten bei ihrer Arbeit helleres Licht, darum waren die Werkstattlampen von größerem Format.
Dem Beschluß des Kreistages von 1898, in Saarlouis eine elektrische Straßenbahn zu bauen, folgte 1912 der Beschluß zum Bau eines Kraftwerkes dort. Neben dem Betrieb der Straßenbahn, sollte durch dieses Kraftwerk die Überlandversorgung des Kreises mit elektrischem Strom erreicht werden.
Eimersdorf wurde im Juni 1915 an das elektrische Stromnetz angeschlossen.

(Auszug aus dem Buch von Guido Müller "Die Einwohner von Fremersdorf und Eimersdorf 1600 - 1850", herausgegeben von Gernot Karge im Auftrag der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis e.V.)
Der geschichtliche Teil stammt von Emilie Stors aus Fremersdorf

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. März 2011 um 09:40 Uhr
 
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Überliefertes aus Eimersdorf

Im Bannbereich der Siersburg im Saar-Nied-Winkel liegt am linken Hang über dem Endlauf der Nied das kleine Dorf Eimersdorf.

Die Geschichte dieses Ortes ist noch recht wenig erforscht. Eine durch Urkunden belegte Ortschronik ging im zweiten Weltkrieg verloren, so daß das historische Material jetzt erneut mühsam zusammengesucht werden muß. Einige Besonderheiten  aus der Volksüberlieferung seien deshelb hier festgehalten.

Unter "Anekdoten" gibt es überlieferte, recht amüsante Ereignisse nachzulesen.

Jahr 1289

Bereits sehr früh schon konnten an mehreren Stellen Spuren römischer Siedlungen festgestellt werden. Die Lage oberhalb des Flusses Nied war für eine frühe Ansiedlung geradezu prädestiniert. Heimatforscher gehen davon aus, dass Eimersdorf wahrscheinlich in der Zeit nach der Völkerwanderung durch die Franken gegründet wurde. Aus dem Jahre 1289 existiert eine Urkunde, nach welcher "Johann von Emestorf und seine Frau Demodis bekennen, in Merzig ein dem Kloster Mettlach gehörendes Kelterhaus in Erbpacht erhalten zu haben". Lange Zeit war der Herzog von Lothringen der Landesherr in Eimersdorf. Es ist interessant, dass trotz der Nähe Eimersdorfs zur Herrschaft Siersberg die übrigen Rechte, Grund- und Gerichtshoheit, der Herrschaft Felsberg (heute ein Bereich der Gemeinde Überherrn) zustanden.

Jahr 1766

Zu den geschichtlichen Besonderheiten gehört, dass beim Übergang Lothringens an Frankreich 1766 auch Eimersdorf ein französischer Ort wurde.

Jahr 1900

 

Eimersdorf hatte in früherer Zeit zwei Getreidemühlen: seit 1615 die "Hetscher Mühle" am Bachlauf zwischen Gerlfangen und Eimersdorf und die wesentlich jüngere "Niedmühle" am rechten Niedufer. Die Mühlräder drehen sich schon lange nicht mehr. Dafür gehört die "Niedmühle" der Nachfahren der früheren Müller heute zu den Spitzenrestaurants der Gemeinde Rehlingen-Siersburg.

[ Quelle: www.dersaargau.de ]
Jahr 1944 Am 26.10.1944 war die in Prosnes in Frankreich stationierte 362. Jagdgruppe (377. FS) der Amerikaner damit beauftragt, im Bereich Kurzel an der Nied in Lothringen Bodenziele zu bombardieren und zu beschießen. Gegen 12.40 Uhr wurde dabei Leutnant Ray Christian bei Kedingen durch Flakbeschuss getroffen, warf aber noch seine Bomben ab. Er wollte danach zwar aussteigen, doch schaffte es nicht mehr. Zusammen mit seiner Maschine stürzte er schließlich bei Eimersdorf ab. Die P 47 raste, aus Richtung Dillingen kommend, rauchend über den Ort hinweg und rammte beinahe das Dach des Hauses Streichert, während der Pilot aus allen Rohren feuerte. Vermutlich war er erneut durch Flak getroffen worden und verletzt oder tot und umklammerte krampfhaft den Hebel, mit dem der Beschuss ausgelöst wurde. Das Flugzeug knallte gegen den Abhang des Herrenberges, links der Straße nach Gerlfangen, etwa 100 m unterhalb der scharfen Rechtskurve. Christian war sofort tot und wurde in Eimersdorf auf dem Dorffriedhof bestattet. Nach dem Krieg wurde er umgebettet.
Aus der "Sammlung von Klaus Zimmer" ( näheres zu "Klaus Zimmer" ist mir derzeit unbekannt ) :

 

 

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Letzte Aktualisierung: 14.10.2008
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 26. Februar 2011 um 13:56 Uhr
 



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